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AM KÖLNBERG
Langfilm
     
1974 wurde am südlichen Rand von Köln eine aus neun Hochhäusern bestehende Siedlung auf den platten Acker gebaut. Aus der Ferne und im richtigen Licht erscheint die Silhouette wie eine massive Erhebung, weshalb der Komplex schnell den Namen Kölnberg weghatte. Ebenso schnell galt er als sozialer Brennpunkt. Vom Kölnberg redet man am liebsten gar nicht, und wenn doch, hört man eigentlich nur saftige Schlagzeilen. 2013 lebten 4.100 Männer, Frauen und Kinder aus etwa 60 Nationen am Kölnberg, der Ausländeranteil ist mit 61,8 % angegeben. Statistik ist ein effektives Werkzeug, und wer die Macht über statistische Definitionen hat, formt auch unser Bild der Wirklichkeit wesentlich mit.   Die Filmemacher Robin Humboldt und Laurentia Genske erarbeiteten sich geduldig und über einen langen Zeitraum einen Weg hinter die sozialen Typologien, Schlagzeilen und Statistiken. Der Film begleitet vier Menschen, denen der Kölnberg seit Langem Heimat ist oder vor Kurzem wurde. Er vermeidet dabei, sie mit dem ebenso gutmeinenden wie herablassenden Auge der Fürsorge zu betrachten und versucht sich stattdessen an einer respektvoll-teilnehmenden Begegnung mit seinen Protagonisten, die in ihrer jeweiligen „Normalität“ so außergewöhnlich wie unterschiedlich sind.

- Ralph Eue, Dok Leipzig 2014
     

 

Deutschland 2014 / 88 Min / HD

Regie und Buch: Laurentia Genske, Robin Humboldt
Kamera: Laurentia Genske, Robin Humboldt, Johannes Waltermann
Schnitt: Carina Mergens
Sounddesign, Mischung: Robert Keilbar
Farbkorrektur: Fabiana Cardala
Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln
Verleih: Real Fiction Filmverleih

Offizielle Homepage: www.amkoelnberg.de
Kinostart: 12. März 2015
DVD Release: 15. Januar 2016
Fernsehausstrahlung SWR: 06.09.2017 um 23:45 h

     

     

Festivals

Dok Leipzig, 2014
Max Ophüls Preis Saarbrücken, 2015
Stranger than Fiction Köln, 2015
Nonfiktionale Bad Aibling, 2015
Wroc FF Miastomovie Polen, 2015
Sehsüchte Potsdam-Babelsberg, 2015
Neisse Filmfestival, 2015
Dokka Dokumentarfilmfestival Karlsruhe, 2015 
Bonner Dokumentarfilmwoche, 2015 
Krakow Film Festival, 2015
Turtle Filmfest Hólmavík, 2015
Dokumentarfilmwoche in Kreuzberg, 2015
Docfest Maastricht, 2015
Wilde Möhre Festival Brandenburg, 2015
FILMZ Festival des Deutschen Kinos Mainz, 2015
Kasseler Dokfest, 2015
blicke filmfestival des ruhrgebiets, 2015
Lola at Berlinale, 2016
Deutsche Filmwoche Mexiko, Goethe Institut, 2016
International Film Festival Cinematik Piestany, 2016
Oaxaca Filmfest Mexiko, 2016

 

Preise

Lobende Erwähnung
Dok Leipzig 2014, Deutscher Wettbewerb

Förderpreis des Hauses des Dokumentarfilms
Deutscher Dokumentarfilmpreis 2015

Prädikat „Besonders Wertvoll“
FBW – Deutsche Film- und Medienbewertung 2015

Preis der Stadt Bad-Aibling
Nonfiktionale 2015

Nominierung für den First Steps Award
First Steps 2015

Bild-Kunst Schnittpreis Dokumentarfilm
Filmplus 2015

Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis
Lola 2016

dpa news talent
dpa Förderpreis 2016

Meduc Award 2017

     
 

Pressestimmen zum Film

"Der Dokumentarfilm 'Am Kölnberg' ist eine tiefmenschliche und authentische Milieustudie. Ein beeindruckender Film, der mehr zeigt als eine Siedlung am Rande von Köln. Sondern auch eine Gesellschaftsschicht mitten in Deutschland. Schnörkellos gut und ehrlich." - Deutsche Film- und Medienbewertung

"Gut also, dass es leise, unaufgeregte und doch intensive Dokumentarfilme wie 'Am Kölnberg' gibt, die eine von den Medien fast vollkommen ausgeblendete Wirklichkeit transparent machen." - Ralf Schenk, Filmdienst 7/2015

"Das Entscheidende des Filmemachens kann man nicht lernen; es ist der Blick, mit dem wir auf die Welt schauen. Es ist die Art und Weise; wie wir die Menschen betrachten; welchen Raum wir ihnen geben; es ist der Rhythmus, den wir finden jenseits von Modernismen und doch in der Zeit. Es ist das Besondere in uns. Wir waren einstimmig der Meinung, dass diesen beiden jungen Filmemachern der Nachwuchspreis gehört. Wir wollen mehr Filme von ihnen sehen."
- Jurybegründung, Deutscher Dokumentarfilmpreis

"Laurentia Genske und Robin Humboldt gehen vor die eigene Haustür und erkunden die vielen von uns unbekannte Welt eines sogenannten sozialen Brennpunkts. Der Zuschauer lernt Menschen in einer Lebenssituation kennen, die ihnen wenig Chancen lässt. Aber der Film reduziert sie nicht auf diese Chancenlosigkeit. Er wendet sich ihnen vielmehr auf eine Weise zu, die nicht nur ihre Einsamkeit und ihr drohendes Scheitern ins Bild setzt, sondern auch ihren humorvollen Lebenstrotz."
- Jurybegründung, Lobende Erwähnung, Dok-Leipzig 2014